​A trumppet for democracy

​Eine englischsprachige Überschrift? Ja, sonst kriege ich den kleinen Gag nicht hin. Eine Überschrift zum rätseln.

Mein guter Freund Klaus (ja, der mit der bekloppten Idee des Speeddating) meinte heute morgen am Telefon: „Alter. Dit is was, wa?“
Da ich ihn kenne, nehme ich an, dass er mir wieder einmal die Konsistenz und genauen Maße seines morgendlichen Stuhlgangs mitteilen wollte, im übrigen eine von mir nicht unbedingt mit Wohlwollen aufgenommene Eigenart, doch mitnichten: „Ey die Wahl da Alter.“
Um 7:15 ist meine morgendliche Aufnahmebereitschaft nicht allzu hoch. „Was? Wer?“ frage ich und beisse mir gleichzeitig auf die Lippe, das war ein Fehler, den Klaus auch sofort ausnutzt: „Alter, Dich interessiert dit wahrscheinlich janich, wa? Immer dit gleiche mit die Künstler.“
7:17 Uhr. So früh am Morgen plane ich selten Mordanschläge, mache aber heute eine Ausnahme.
„Ich bin grad erst wach…“ lalle ich schlaftrunken, werde aber sofort unterbrochen: „Trink ma n Kaffe, solange Du noch kannst. Die Welt jeht unter, wirste sehen.“
Die Welt hatte schon vor 49 Jahren seinen Tiefpunkt erreicht. Da wurde Klaus geboren. „Okay, Okay, also hat wohl Trump gewonnen?“
„Ick gloob es nich. Der feine Herr Künstler. Immer sonstwo mit die Oochen, aber dat wirklich wichtiche vapassta.“
Mein Anschlagsplan nimmt sehr konkrete Formen an und ich bin mittlerweile dabei, ihn zu perfektionieren.
„Weeste wat? Das die Clinton da nich jewonnen hat, dit is ja nich das schlimmste.“
Klaus lässt eine Pause. Das kenne ich. Jetzt erwartet er eine Reaktion meinerseits, nur um mich nach den ersten zwei Wörtern zu unterbrechen. Ich mache dieses Spielchen nicht mehr mit. Er ist zu berechenbar. Nicht mit mir.
„Ja, aber…“ antworte ich und gehe wissentlich, sehenden Auges in die von mir bereits erkannte Falle.
„Jahaaa… warum haben die och nich den Hocke oder Storchi jewählt?“
„Was bitte? Wen?“
„Ja Mensch Alter. Hast Du die nicht ooch jewählt? Du wohnst doch da im blauen Jebiet.“
Worum es Klaus gerade geht, ist mir völlig schleierhaft. US Wahl oder Deutschland oder Brexit? Ja was denn nun? Auf jeden Fall hat mein Gehirn nun urplötzlich seine Aktivitäten begonnen und ich kann fundiert antworten: „Sag mal, wie soll man denn den Höcke oder die von Storch in den USA wählen? Das sind nicht nur unterschiedliche Länder sondern sogar unterschiedliche Kontinente! Klar, der Trump ist schon irgendwo ein Vollhonk. Ich würde mich eher fragen, warum solche Typen an die Macht kommen können. Und was in den Köpfen der Menschen vorgeht, die diese Leute wählt. Auch muss man sich fragen, was andere Parteien besser machen sollten, damit man nicht Protest wählt. Geld gerechter verteilen, Bildung fördern. Den sozial schwachen nicht noch mehr Steine in den Weg legen. Da ist Land und Kontinent völlig egal. Das passt überall.“
Bevor ich ihm Gelegenheit zum Antworten lasse, fällt mir eine Frage aber noch ein:“Und wieso nennst Du die bitte Storchi?“
Am anderen Ende herrscht Stille. Kurz überlege ich, ob mein Anschlagsplan viral ausgeführt wurde und Klaus sich in seine Atome zersetzt in einer Badewanne befindet, aber dann kommt die Antwort: „Ne, dit vasteh ich nich.“
War klar.
„Na jut Alter, die Pilsstube macht gleich oof. Dann müssen wa wohl abwarten, wa? Bis später.“ sagt Klaus und legt auf.
7:20 Uhr und Facebook quillt schon über. Trump, Election Day, Bad Day, End of the world.
In einem geb ich ihm Recht. Müssen wa wohl abwarten.

Ey was guckst Du?

Das man heutzutage öfter mal auf Idioten trifft, die einen nur wegen eines Blickes anpöbeln, das ist leider so.

Nun hat sich das wohl auf die Tierwelt übertragen.

Ich gehe auf dem Fußweg, vor mir hüpft eine Krähe herum. Sie fühlt sich wohl verfolgt und verzieht sich unter ein Auto. Freundlich sage ich noch: „Sorry.“

Nach etwa zwei Metern bekomme ich plötzlich einen Schlag auf den Kopf und sehe die Krähe sich keckernd davon machen. Fliegend. Zu hoch, um noch zu reagieren.

Mein ihr hinterher gerufenes „Ey Du Arsch! Ich hab Sorry gesagt!“ lässt die umstehenden Passanten an meinem Geisteszustand zweifeln.

Die Krähe sitzt inzwischen auf einem Hausdach und wirft mir keckernd Beleidigungen und Beschimpfungen zu.

„Du Feigling!“, rufe ich noch und erkenne bei meinem letzten Satz: „Komm her und kämpfe, wie ein Mann… eine Krähe!“, das ich mich in einem sinnlosen Streitgespräch befinde.

Vielleicht wars ja auch nur eine falsch berechnete Startroute des Mistvogels. Aber irgendwie glaube ich an einen berechneten Angriff.

„Denk an Alfred Hitchcock! Du kennst den Film. Du bist der Erste!“ keckert mir die Krähe noch nach, als ich lieber klein beigebe und zur S-Bahn gehe.

#mistvieh

Leipzig

Ich befinde mich gerade in Leipzig und warte auf meinen Fernbus nach Berlin. Ein riesiger Käfer wollte auf mir landen für einen Zwischenstopp. Auch mehrmaliges „Die Landebahn ist nicht frei!“ hielten ihn von einem direkten Zusteuern auf mein T-Shirt nicht ab. Was tut man also?

Man kloppt ihm einen vor die Mütze!

Das hielt ihn dann dazu an, das Vorhaben aufzugeben und eine andere Landebahn anzusteuern.

Gut… für manche mögen zwei Zentimeter Riesenkäfer nicht groß sein, aber die denken auch, 20 Zentimeter wären… lassen wir das.

Interessanterweise gibt es auch in Leipzig die „Liebesschlösser“, die gern an Brückengeländern angebracht werden und das ewige Band der Verbundenheit symbolisieren sollen. Das allerdings hab ich noch nicht gesehen.

Lieber Lutz, lieber Rainer. Solltet Ihr das hier lesen, dann meldet Euch und bekommt zwei Freikarten für ein Hörspiel der DreamTeamer Hörspieler. Aber nur, wenn das Schloss noch gültig ist 😉

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Altmodisch

Ich glaube, ich bin etwas altmodisch. Fahre im Reisebus und nutze das „kostenlose Entertainment Angebot mit Musik, Filmen und Serien“ nicht (ich hab meine Kopfhörer vergessen, ausserdem hab ich etwas Angst, das gleich der Joker in den Bus springt und mich fragt: „Why so serious?“), tippe nicht wild auf dem Smartphone herum (ja gut, im Moment schon) und ich schlafe auch nicht (wollte ja, aber die anderen Fahrgäste wecken mich dauernd, weil ich schnarche). Ich sehe aus dem Fenster und schaue mir die Landschaft an. Wie früher. Ach, ich bin altmodisch.

Hell und Dunkel

Mein Smartphone hat schon ne tolle Einstellung: Es reguliert automatisch die Anzeigenhelligkeit. Klasse. Nur eins irritiert mich: Wenn ich Licht habe und genug sehe, bleibt die Anzeige hell. Ist es dunkler, sollte man annehmen, die Anzeige wird heller… Pustekuchen! Ist es dunkel, wird auch die Anzeige dunkler. Vielleicht trainiert das ja die Augen, wer weiß.